Reanimations-Flashmob mit 500 Schülerinnen und Schülern am Braunauer Stadtplatz

Handeln statt wegschauen: Unter dem Motto „Druck di ned, druck! Nur heifa huift!“ sollte mit dieser vom Krankenhaus Braunau und dem Tassilo Gymnasium Simbach initiierten Aktion darauf aufmerksam gemacht werden, wie wichtig Erste Hilfe ist und dass bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand jede Minute zählt. © Krankenhaus Braunau
Schnelles Handeln und eine frühzeitig begonnene Reanimation retten Leben: Im Jahr 2025 gab es 71,6 Reanimationen pro 100.000 Einwohner. Die Betroffenen waren im Schnitt 69,3 Jahre alt, zu 65,5% männlich und zu 34,5% weiblich. Lediglich in 53,5 % der Fälle kam es zur Wiederbelebung durch Ersthelfer vor Eintreffen des Rettungsdienstes. Die Zeit bis zum Eintreffen des ersten qualifizierten Rettungsmittels betrug im Mittel 6 Minuten und 40 Sekunden. „Ohne Wiederbelebungsmaßnahmen durch Ersthelfer führt diese verstrichene Zeit zu schweren Hirnschädigungen und schlechten Überlebensraten. Unser Ziel ist es deshalb, Schülerinnen und Schüler zu ermutigen und zu befähigen, selbst im Notfall nicht wegzuschauen – durch diese große Vorführung der Reanimationsmaßnahmen sollen sie für die Gesellschaft ein Zeichen setzen: ‚Nur heifa huift‘ und jeder kann ein Leben retten!“, erklärte Prim. Dr. Florian Neuhierl, Leiter der Anästhesie am Krankenhaus St. Josef Braunau, der gemeinsam mit Studienrätin Janina Bartsch vom Tassilo Gymnasium Simbach den Reanimations-Flashmob initiierte.
„Allen Helferinnen und Helfern äußerst dankbar für ihr Engagement“
„Ich möchte allen Beteiligten danken, die es möglich machten, so viele Schülerinnen und Schüler gemeinsam in der Reanimation zu trainieren. In der Planung des Flashmobs haben wir nie Ablehnung erfahren und da die meisten ehrenamtlich hier waren, bin ich allen Helferinnen und Helfern äußerst dankbar für ihr Engagement“, betonte Studienrätin Janina Bartsch. „Wir als Lehrkräfte haben bekanntlich einen Bildungs- und Erziehungsauftrag zu erfüllen und dazu gehört aus meiner Sicht auf jeden Fall eine Erste-Hilfe-Ausbildung.“
„Beitrag zur verstärkten Verankerung der Erste Hilfe-Ausbildung an unseren Schulen“
Viele Schulen ermöglichen ihren Jugendlichen bereits den Zugang zu einem Erste-Hilfe-Kurs, beispielsweise über das Österreichische bzw. Bayerische Rote Kreuz. Durch die Spenden, die für diesen Flashmob gesammelt werden konnten, kann die Erste-Hilfe-Ausbildung an den beteiligten Schulen noch nachhaltiger gestaltet werden, sei es durch Vergünstigungen bei externen Kursen oder durch Anschaffung von zusätzlichem Ausbildungsmaterial, das für den flexiblen Einsatz an der Schule bleiben kann. „Somit bleibt diese Aktion heute nicht nur den teilnehmenden Jugendlichen im Gedächtnis, sondern sie leistet einen Beitrag zur langfristigen verstärkten Verankerung der Erste-Hilfe-Ausbildung an unseren Schulen“, so Janina Bartsch.

Der Stadtplatz als Übungsrevier: Teilnehmende Schulen am Flashmob, der vom Krankenhaus St. Josef Braunau veranstaltet wurde, waren die HTL Braunau am Inn, die HAK Braunau am Inn, die Inntal-Mittelschule Simbach am Inn, die Realschule Simbach am Inn und das Tassilo-Gymnasium Simbach am Inn. © Krankenhaus Braunau
Erste Hilfe als Schlüssel, um gemeinsam Leben zu bewahren
Das Rote Kreuz organisierte für diesen Flashmob 60 Reanimationspuppen, diese mussten aufgebaut und betreut werden. Dazu koordinierte das Rote Kreuz auch die An- und Abreise der Schulklassen aus Simbach und Braunau. Die Abstimmung zwischen den Schulen, Lehrkräften, der Gemeinde und den beteiligten Hilfsorganisationen aus Simbach und aus dem Bezirk Braunau hat bei dieser grenzüberschreitenden Aktion mehrere Monate in Anspruch genommen. Zahlreiche Freiwillige wie auch berufliche Helferinnen und Helfer waren im Einsatz, um die Jugendlichen anzuleiten und einen reibungslosen Ablauf zu garantieren. „Egal wie schnell unsere Rettungsteams nach dem Notruf ausgerückt sind – sie brauchen ein paar Minuten bis zum Einsatzort. Und genau diese Minuten sind die entscheidenden: Ohne Hilfe sinkt die Überlebenschance mit jeder Minute um zehn Prozent. Dass Erste Hilfe schnell und beherzt passiert, ist für uns beim Roten Kreuz deshalb eine Herzensangelegenheit, weil Ersthelfer die echten Lebensretter in den allerersten Minuten sind. Für uns als Rotes Kreuz ist die Erste Hilfe deshalb kein theoretisches Thema, sondern der Schlüssel, um gemeinsam Leben zu bewahren“, so Daniela Renker, Bezirksgeschäftsleiterin Braunau des OÖ. Rotes Kreuz.
Fünf Schulen sowie viele Behörden und Organisationen beteiligt
Teilnehmende Schulen am Flashmob, der vom Krankenhaus St. Josef Braunau veranstaltet wurde, waren die HTL Braunau am Inn, die HAK Braunau am Inn, die Inntal-Mittelschule Simbach am Inn, die Realschule Simbach am Inn und das Tassilo-Gymnasium Simbach am Inn. Als Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben wirkten mit: das ÖRK Braunau, das BRK Rottal-Inn, die BRK Berufsfachschule für Rettungsdienst in Burghausen, die Feuerwehr Braunau, das THW Simbach, die Polizei Braunau, die Bundespolizei Braunau, die Stadtgemeinde Braunau am Inn und das Krankenhaus St. Josef Braunau. Unter den Ehrengästen der Veranstaltung waren der Landrat von Rottal-Inn Martin Koppmann, Braunaus Bürgermeister Mag. Johannes Waidbacher und Simbachs Bürgermeister Klaus Schmid.

Bestens organisiert: Zahlreiche Freiwillige wie auch berufliche Helferinnen und Helfer waren im Einsatz, um die Jugendlichen anzuleiten und einen reibungslosen Ablauf zu garantieren. © Krankenhaus Braunau
Starkes Zeichen für Erste Hilfe und Zivilcourage
Die Stadt Braunau stellte den Stadtplatz für den Flashmob zur Verfügung. „Unter dem Motto ‚Druck di ned, druck! Nur heifa huift!‘ setzen die Schülerinnen und Schüler ein starkes Zeichen für Erste Hilfe und Zivilcourage. Denn im Notfall zählt jede Minute – und mit einer Herzdruckmassage kann jeder Mensch helfen, Leben zu retten. Diese Aktion zeigt auf einfache und eindrucksvolle Weise, wie wichtig es ist, im Ernstfall nicht wegzuschauen, sondern zu handeln. Ich freue mich sehr, dass unsere Schulen gemeinsam mit unseren Nachbarn aus Simbach dieses wichtige Thema sichtbar machen“, sagte Mag. Johannes Waidbacher, Bürgermeister von Braunau.
Quelle: Krankenhaus Braunau