Weltweit erste erfolgreiche Nierentransplantation bei einem an chronischer Leukämie erkrankten Patienten

Krebserkrankungen, einschließlich der CML, waren bislang Ausschlusskriterium für eine Nierentransplantation. (c) Unsplash
Eine chronisch myeloische Leukämie (CML) ist eine Art des Knochenmarkskrebses. Erkrankt ein Patient daran, kann die Krankheit durch Einnahme des Wirkstoffes "Imatinib" oft sehr gut kontrolliert werden. Der Krebs wird dadurch nicht geheilt, aber unterdrückt. So kann der Patient ein annähernd normales Leben führen und hat auch eine gute Lebenserwartung.
Entwickelt ein Patient zusätzlich zur CML eine schwere Nierenkrankheit, blieb bislang eine lebenslange Dialysebehandlung die einzige Option. Krebserkrankungen, einschließlich der CML, waren bislang Ausschlusskriterium für eine Nierentransplantation. Denn: „Durch eine Transplantation und die danach benötigte Immunsuppression können manche Krebsarten schneller wachsen – auch Blutkrebs könnte sich schneller ausbreiten. Das wäre natürlich fatal“, erklärt Prim. Priv.-Doz. Dr. Daniel Cejka, Leiter der Abteilung für Nephrologie und Transplantationsmedizin des Ordensklinikum Linz Elisabethinen.
Beobachtungen, u. a. am Transplantationszentrum des Ordensklinikum Linz, ergaben, dass PatientenInnen, die erst Jahre nach einer Nierentransplantation eine CML entwickelten, sehr gut mit beiden Medikamentenarten – den Immunsuppressiva sowie dem Wirkstoff Imatinib – zurechtkamen. „Da unser Patient seit eineinhalb Jahren die CML mit der Behandlung sehr gut im Griff hatte, wurde er entgegen der bisherigen internationalen Empfehlungen dennoch als möglicher Kandidat für eine Nierentransplantation in Betracht gezogen. Nach vielen Gesprächen mit dem Patienten über Vorteile und Risiken haben wir schlussendlich die Nierentransplantation durchgeführt“, sagt Prim. Priv.-Doz. Dr. Cejka, der gemeinsam mit dem Team des Transplantationszentrums des Ordensklinikum Linz diese erstmalige Transplantation bei einem Patienten mit CML gewagt hat.
Heute, drei Jahre nach der Transplantation, geht es dem 58-jährigen Patienten aus dem Mühlviertel sowohl mit der gespendeten Niere als auch mit der chronisch myeloischen Leukämie gut. Der Körper nahm die Niere gut an und die CML ist nach wie vor stabil. „Diese weltweit erstmalige Nierentransplantation bei einem Patienten mit vorbestehender CML hat uns gezeigt, dass man bei einer gut eingestellten CML nicht unbedingt auf eine Transplantation verzichten muss“, ist Prim. Priv.-Doz. Dr. Daniel Cejka überzeugt.
Besonderes Highlight: Auch das American Journal of Transplantation, das international renommierteste Magazin im Bereich der Transplantationsmedizin, wurde auf diesen Fall aufmerksam. In einer der letzten Ausgaben wurde dieser Fallbericht detailliert im Journal publiziert und öffnet für Patienten weltweit Türen, auch jenen Patienten mit CML eine Organtransplantation zu ermöglichen.
Quelle: Ordensklinikum Linz GmbH, www.ordensklinikum.at
[elisabeth mayr]