Kardinal Schwarzenberg Klinikum feierte sein 175-jähriges Jubiläum

LH-Stv. Dr. Mag. Christian Stöckl, Sr. Magdalena Pomwenger (Visitatorin der Kongregation der Barmherzigen Schwestern v. hl. Vinzenz v. Paul, Graz-Mitteleuropa), Erzbischof Dr. Franz Lackner OFM sowie die Klinikum-Geschäftsführer Sr. Katharina Laner, MAS und Mag. Ludwig Gold. Foto: Gerhard Schiel, Klinikum Kardinal Schwarzenberg
Das Kardinal Schwarzenberg Klinikum in Schwarzach hat am 20. August 2019 bei einem Festakt mit mehr als 250 geladenen Gästen sein 175-jähriges Bestandsjubiläum gefeiert. Im Jahr 1844 nahmen sieben geistliche Schwestern in einem von Fürsterzbischof Kardinal Schwarzenberg adaptierten, ehemaligen Missionshaus ihren Dienst auf, um dort kranke und verletzte Menschen zu versorgen. Das bis heute in der Tradition der Barmherzigen Schwestern geführte Ordensspital hat sich seitdem zum zweitgrößten Krankenhaus im Bundesland Salzburg entwickelt. Mit mehr als 500 Betten, 13 Primariaten und über 1.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern stellt das Pongauer Klinikum als Schwerpunktkrankenhaus die medizinische Versorgung der Bevölkerung im Süden Salzburgs sicher.
Festgottesdienst mit Erzbischof Franz Lackner OFM
Nach einem von Erzbischof Franz Lackner zelebrierten Festgottesdienst in der Schwarzacher Pfarrkirche begrüßten die beiden Klinikum-Geschäftsführer Sr. Katharina Laner und Ludwig Gold die mehr als 250 Gäste zu den Feierlichkeiten. Visitatorin Sr. Magdalena Pomwenger (Kongregation der Barmherzigen Schwestern v. hl. Vinzenz v. Paul, Graz-Mitteleuropa) sowie Gesundheits- und Spitalsreferent LH-Stv. Christian Stöckl richteten Grußworte an alle Festgäste. Nach einer kurzen Experten-Gesprächsrunde zeigte Sr. Edith-Maria Magar, Generaloberin der Franziskanerinnen von Waldbreitbach (D), in ihrer Festrede die große Bedeutung der Ordensspitäler auf.
Geschichtliches
Die Wurzeln des Kardinal Schwarzenberg Klinikums gehen eigentlich schon auf das Jahr 1839 zurück. Der damalige Fürsterzbischof Friedrich von Schwarzenberg kaufte das ehemalige Benediktiner Missionshaus, um für die Bevölkerung „Inner Gebirg“ eine karitative Einrichtung zu schaffen. Nach einer gründlichen Sanierung führte der Kardinal am 20. August 1844 im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes sieben Barmherzige Schwestern in die neu geschaffene Institution ein – davon sechs, die er vorher in München bei den Barmherzigen Schwestern ausbilden ließ, sowie eine Münchner “Leihoberin”. Sie begannen in Schwarzach das Werk der Nächstenliebe im Geiste des heiligen Vinzenz von Paul und der heiligen Luise von Marillac.
Giselabahn brachte Arbeitskräfte und Patienten
Im Jahr 1876 übergab der Kardinal den ganzen Besitz (Grund und Boden) sowie die gesamten Schulden an die Schwestern. Zu Beginn übernahmen Ärzte aus der Umgebung die medizinische Betreuung der Patienten im Spital, erst ab 1906 stand dem Haus mit Dr. Franz Hain der erste eigene Anstaltsarzt vor. Mit dem Bau der Giselabahn zwischen Salzburg und Tirol kamen immer mehr Menschen und mehr Arbeitsmöglichkeiten in das Salzachtal und so stieg auch der Bedarf an Betten im Krankenhaus. 1928 konnte ein neuer Trakt des Spitals fertiggestellt werden, in dem vor allem die Chirurgie Platz fand. Das Spital verfügte nun über 130 Betten, im selben Jahr erhielt das Haus auch das Öffentlichkeitsrecht.
Start der Krankenpflegeschule, Verwüstung durch Großbrand
Einen maßgeblichen Aufschwung erlangte das Schwarzacher Krankenhaus nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Diese Aufwärtsentwicklung wurde von zahlreichen baulichen Veränderungen und dem kontinuierlichen Ausbau des medizinischen Leistungsspektrums getragen. Seit 1958 verfügt das Haus über eine eigene Krankenpflegeschule – es war damals die erste außerhalb der Landeshauptstadt Salzburg. Einen negativen Höhepunkt erlebte das Spital im Herbst 1981, als ein Großbrand große Teile des Klinikums verwüstete. Mit großem Engagement und Weitblick gelang der Wiederaufbau und in den darauffolgenden Jahren eine umfangreiche bauliche Expansion, die mit der Inbetriebnahme des neuen „Kinderspitals“ im Jahr 2014 ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte. Ein wesentlicher Meilenstein für die weitere Entwicklung des Hauses war die Änderung der Rechtsform in eine Betriebsges.m.b.H. im Jahr 1985.
Medizinischer und geistlicher Beistand für Patienten
Noch heute leben 12 Schwestern des Ordens in Schwarzach. Einige von ihnen sind im Krankenhaus tätig, beispielsweise in der Leitung des Hauses, oder in der Krankenhaus-Seelsorge. “Unser Klinikum steht als Ordensspital - ganz in der Tradition seiner Gründung vor 175 Jahren - neben seinem medizinischen Leistungsspektrum besonders auch für zuwendungs- und würdevolle, ganzheitliche Betreuung. Im Krankenhaus gibt es immer wieder schwierige Situationen, die neben ärztlicher Kunst auch andere Antworten erfordern – deshalb ist uns das seelsorgliche Angebot besonders wichtig”, betont Sr. Katharina, Geschäftsführerin im Kardinal Schwarzenberg Klinikum.
[mgsellmann]