Betriebliche Gesundheitsförderung am Klinikum Wels-Grieskirchen: Mit Yoga entspannen und die Gesundheit stärken

Die Klinikum-Mitarbeiter haben die Möglichkeit, erlernte Übungen auch in den Arbeitsalltag zu integrieren und nicht nur im Kurs zu praktizieren. Geht es Mitarbeitern und Führungskräften gut, wirkt sich das positiv für das Unternehmen aus. Die betriebliche Gesundheitsförderung kann aber noch mehr: Sie fördert die Gemeinschaft! Foto: © Klinikum Wels-Grieskirchen / Nik Fleischmann
„In einem Krankenhaus wird viel und hart für die Patienten und ihre Gesundheit gearbeitet. Die eigene Gesundheit bleibt bei den Klinikum-Mitarbeitern dabei oft nicht genug im Fokus“, ist der Erfahrungswertvon Manuela Neubauer, Sicherheitsfachkraft und Ergonomie-Instruktorin am Klinikum Wels-Grieskirchen. „Mit den Angeboten der Betrieblichen Gesundheitsförderung unterstützen wir einen gesunden Lebensstil durch Sensibilisierung und Information zu Gesundheitsthemen.Wir setzen dabei Denkanstöße und Anreize zur Verhaltensänderung, zum Beispiel indem wir neben fachlicher Weiterbildung auch Module zur Persönlichkeitsentwicklung sowie Sport- und Entspannungskurse anbieten.“
Entspannen, um gesund zu bleiben
Ob aus Medizin, Pflege, Technik oder Verwaltung – die Grieskirchner Trainerin Helga Schörgendorfer leitet alle Teilnehmer an, wie sie sich mit wenigen Übungen gezielt entspannen, konzentriertarbeiten und dabei gleichzeitig ihr Immunsystem stärken können. In fünf Fragen erklärt die diplomierte Yogalehrerin, was diese Methode in der Betrieblichen Gesundheitsförderung bewirken kann.
1. Wie fördert Yoga die Gesundheit?
Yoga ist eine Lebensphilosophie und besteht nicht nur aus körperlichen Übungen, sondern man schult damit auch Geist, Persönlichkeit und das Abrufen von Wissen. Gesundheit ist viel mehr als nur die Abwesenheit vonKrankheit. Schon im sechzehnten Jahrhundert stand für die Heilige Teresa von Ávila fest: „Man muss dem Körper Gutes tun, damit die Seele Lust hat, darin zu wohnen.“ So fördert Yoga die körperliche und psychische Gesundheit. Als Yogalehrer trägt man große Verantwortung,die Übungen therapeutisch korrekt zu unterrichten. Ideal ist es, wenn man dabei auch über Krankheitsbilder Bescheid weiß. So kann man mit speziellen Übungssystemen Beschwerden lindern und den Heilungsprozess unterstützen. Yoga sieht den Körper immer als Ganzes,als eine Einheit. So funktioniert auch das Übungssystem, man sucht nach den Ursachen und konzentriert sich nicht nur auf Symptome.
2. Die Klinikum-Mitarbeiter erleben in der Gesundheitsarbeit einen sehr stressigen Alltag. Was kann Yoga positiv dazu beitragen?
Ich unterscheide zwischen Eustress und Distress. Wohl fühlt man sich, wenn man sich motivieren kann, wenn es einem im Arbeitsumfeld und im privaten Umfeld gut geht, wenn man sich bewegt und guten Appetit hat. Yogahat für alle Bereiche etwas zu bieten. Die betriebliche Gesundheitsförderung unterstützt in vielerlei Hinsicht die Gesundheit und vor allem auch das Wohlbefinden der Mitarbeiter. Es ist Ziel, Linderung oder auch Vermeidung von Beschwerden zu erzielen, Resilienzzu fördern, Fachwissen zu vermitteln.
3. Wie wirkt sich das für das Unternehmen selbst aus?
Prävention nimmt bei Yoga einen zentralen Stellenwert ein. Die Mitarbeiter haben die Möglichkeit, erlernte körperliche Übungen auch in den Arbeitsalltag zu integrieren und nicht nur im Kurs zu praktizieren. DieChancen stehen gut, soviel Motivation zu erreichen, dass man auch mit Freude zwischendurch – vielleicht sogar in der Kaffeepause – eine Übung einbaut. Geht es Mitarbeitern und Führungskräften gut, wirkt sich das mit Sicherheit positiv für das Unternehmen aus.Die betriebliche Gesundheitsförderung kann aber noch mehr: Sie fördert die Gemeinschaft.
4. Was sind die typischen körperlichen (und eventuell auch psychischen) Beschwerden der Klinikum-Mitarbeiter, mit welchen Sie konfrontiert werden?
An erster Stelle findet man natürlich Beschwerden, die den Bewegungsapparat betreffen. Das sind Symptome, die man sehr schnell erkennen kann. Etwas versteckter sind psychische Beschwerden oder tiefe Sorgen, dieman mitträgt. Da ist es hilfreich, wenn sich Teilnehmer öffnen und Übungsvarianten kennenlernen wollen, die bei der Suche nach Besserung Gold wert sein können. Für jeden Menschen gelten individuelle Methoden, die Gutes bewirken – und durch meine Arbeit kannich viele davon vermitteln.
5. Was bedeutet Yoga für Sie persönlich?
In den nun bereits zwei Jahrzehnten, in denen ich Yoga praktiziere, habe ich gut zu mir selbst gefunden. Ich denke, dass ich Verhaltensmuster verändert habe, und kann sagen, dass ich eigentlich sehr zufrieden undglücklich bin. Die alten östlichen Weisheiten, aber auch unsere westlichen Philosophien, wurden für mich sehr wichtig und ich lerne jeden Tag aufs Neue dazu. Was ich an die Klinikum-Mitarbeiter weitergebe, kommt aus tiefster Überzeugung und Erfahrung.