Ordensspital Klinikum Schwarzach feiert heuer sein 175-jähriges Jubiläum

Im Jubiläumsjahr 2019 bietet das Kardinal Schwarzenberg Klinikum mehrere Veranstaltungen für die Bevölkerung. „Wir wollen unser 175-Jahr-Jubiläum gemeinsam mit den Menschen der Region feiern und ihnen dabei sowohl spannende Einblicke als auch wertvolle Informationen zu Gesundheitsthemen bieten“, so GF Sr. Katharina und Ludwig Gold. Bildquelle: Kardinal Schwarzenberg Klinikum / Schiel
Die Wurzeln des Kardinal Schwarzenberg Klinikums gehen eigentlich schon auf das Jahr 1839 zurück. Der damalige Fürsterzbischof Friedrich von Schwarzenberg kaufte das ehemalige Benediktiner Missionshaus, um für die Bevölkerung „Inner Gebirg“ eine karitative Einrichtung zu schaffen. Nach einer gründlichen Sanierung führte der Kardinal am 20. August 1844 im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes sieben Ordensfrauen in die neu geschaffene Institution ein – davon sechs, die er vorher in München bei den Barmherzigen Schwestern ausbilden ließ, sowie eine Münchner “Leihoberin”. Sie begannen in Schwarzach das Werk der Nächstenliebe im Geiste des heiligen Vinzenz von Paul und der heiligen Luise von Marillac.

Das heutige Klinikum in Schwarzach wurde vor 175 Jahren von Fürsterzbischof Friedrich von Schwarzenberg gegründet. Bildquelle: Salzburg Museum

Hier hat vor 175 Jahren die Geschichte des Kardinal Schwarzenberg Klinikums begonnen: Im ehemaligen Benediktiner-Missionshaus neben der Kirche in Schwarzach (damals noch St. Veit). Bildquelle: Kardinal Schwarzenberg Klinikum
Giselabahn brachte Arbeitskräfte und Patienten
Im Jahr 1876 übergab der Kardinal den ganzen Besitz (Grund und Boden) sowie die gesamten Schulden an die Schwestern. Zu Beginn übernahmen Ärzte aus der Umgebung die medizinische Betreuung der Patienten im Spital, erst ab 1906 stand dem Haus mit Dr. Franz Hain der erste eigene Anstaltsarzt vor. Mit dem Bau der Giselabahn zwischen Salzburg und Tirol kamen immer mehr Menschen und mehr Arbeitsmöglichkeiten in das Salzachtal und so stieg auch der Bedarf an Betten im Krankenhaus. 1928 konnte ein neuer Trakt des Spitals fertiggestellt werden, in dem vor allem die Chirurgie Platz fand. Das Spital verfügte nun über 130 Betten, im selben Jahr erhielt das Haus auch das Öffentlichkeitsrecht.
Start der Krankenpflegeschule, Verwüstung durch Großbrand
Einen maßgeblichen Aufschwung erlangte das Schwarzacher Krankenhaus nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Diese Aufwärtsentwicklung wurde von zahlreichen baulichen Veränderungen und dem kontinuierlichen Ausbau des medizinischen Leistungsspektrums getragen. Seit 1958 verfügt das Haus über eine eigene Krankenpflegeschule – es war damals die erste außerhalb der Landeshauptstadt Salzburg. Einen negativen Höhepunkt erlebte das Spital im Herbst 1981, als ein Großbrand große Teile des Klinikums verwüstete. Mit großem Engagement und Weitblick gelang der Wiederaufbau und in den darauffolgenden Jahren eine umfangreiche bauliche Expansion, die mit der Inbetriebnahme des neuen „Kinderspitals“ im Jahr 2014 ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte. Ein wesentlicher Meilenstein für die weitere Entwicklung des Hauses war die Änderung der Rechtsform in eine Betriebsges.m.b.H. im Jahr 1985.
Medizinischer und seelischer Beistand für Patienten
Noch heute leben 12 Schwestern des Ordens in Schwarzach. Einige von ihnen sind im Krankenhaus tätig, beispielsweise in der Leitung des Hauses, oder in der Krankenhaus-Seelsorge. “Unser Klinikum steht als Ordensspital - ganz in der Tradition seiner Gründung vor 175 Jahren - neben seinem medizinischen Leistungsspektrum besonders auch für zuwendungs- und würdevolle, ganzheitliche Betreuung. Im Krankenhaus gibt es immer wieder schwierige Situationen, die neben ärztlicher Kunst auch andere Antworten erfordern – deshalb ist uns das seelsorgliche Angebot besonders wichtig”, betont Sr. Katharina, Geschäftsführerin im Kardinal Schwarzenberg Klinikum.
1.500 Mitarbeiter: Klinikum ist Wirtschaftsmotor für den gesamten Pongau
Das Kardinal Schwarzenberg Klinikum ist heute Arbeitgeber für mehr als 1.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ein zentraler Wirtschaftsmotor für den gesamten Pongau. "Wir sind stetig auf Wachstumskurs, die medizinischen und pflegerischen Leistungen wurden in den letzten Jahrzehnten immer erweitert. Davon profitiert die Bevölkerung in unserem großen Einzugsgebiet Innergebirg und Teilen des Ennstals natürlich enorm, ebenso die zahlreichen Touristen, die unsere Hilfe benötigen", so der kaufmännische Geschäftsführer Ludwig Gold, der auch auf die gute Kooperation mit dem Land Salzburg und den umliegenden Beitragsgemeinden hinweist: "Wir pflegen eine faire und verlässliche Partnerschaft – ein wichtiger Faktor in der Geschichte des Klinikums, nicht zuletzt daraus resultiert auch der gute Ruf unseres Hauses weit über die Bezirksgrenzen hinaus."

Das Kardinal Schwarzenberg Klinikum ist heute der größte Gesundheitsversorger im Salzburger Innergebirg. Mit mehr als 500 Betten, 13 Primariaten und über 1.500 MitarbeiterInnen ist es das zweitgrößte Krankenhaus des Bundeslandes. Bildquelle: Kardinal Schwarzenberg Klinikum
Veranstaltungsreihe für Bevölkerung
Im Jubiläumsjahr 2019 bietet das Klinikum eine eigene Veranstaltungsreihe für die Bevölkerung – von Infonachmittagen rund um die Themen „Bauch“ (29.03.) und „Pflegende Angehörige“ (17.05.) über einen Tag der offenen Tür (21.09.) bis zu einem Infonachmittag der Barmherzigen Schwestern, bei dem diese auch in ihre Klausur einladen (08.11.). „Wir wollen unser Jubiläum gemeinsam mit den Menschen der Region feiern und ihnen dabei sowohl spannende Einblicke als auch wertvolle Informationen zu Gesundheitsthemen bieten“, so Sr. Katharina und Ludwig Gold. Ein großer Festakt mit geladenen Gästen findet am 20. August 2019 statt – auf den Tag genau 175 Jahre nachdem die ersten Schwestern in Schwarzach ihren Dienst begonnen haben.
Öffentliche Veranstaltungen im Jubiläumsjahr 2019:
+ Fr. 29.03.: Infonachmittag „Der Bauch – Innere Mitte und Quelle der Gesundheit“
+ Fr. 17.05.: Infonachmittag „Angehörige pflegen“
+ Sa. 21.09.: Tag der offenen Tür
+ Fr. 08.11.: Infonachmittag „175 Jahre Barmherzige Schwestern in Schwarzach. Leben, Wirken, Gemeinschaft“.