Moderne Therapie von Durchblutungsstörungen

Der neue medizinische Roboter in der Angiographie erleichtert interventionelle Therapien durch eine präzise, hochauflösende Bildqualität aus allen Perspektiven. Und dies bei niedrigerer Strahlenbelastung als bei herkömmlichen Geräten. © Klinikum Wels‐Grieskirchen / Robert Maybach
Ähnlich einem großen Roboter aus der Autoindustrie wirkt das neue Angiographiegerät auf der Radiologie des Klinikum Wels‐Grieskirchen: Aber nicht nur optisch gleicht die Technologie der Industrie – Leistung und Benefits sind höchst innovativ und sorgen für optimale Ergebnisse: Interventionelle Radiologen und Gefäßchirurgen arbeiten Zug um Zug, der Patient benötigt nur einen Eingriff. Der neue medizinische Roboter in der Angiographie erleichtert interventionelle Therapien durch eine präzise, hochauflösende Bildqualität aus allen Perspektiven. Und dies bei niedrigerer Strahlenbelastung als bei herkömmlichen Geräten.
Die periphere arterielle Verschlusskrankheit, kurz PAVK oder „Schaufensterkrankheit“, beeinträchtigt die Durchblutung von Armen und hauptsächlich Beinen. „Betroffene haben vor allem starke Schmerzen, aber auch eine Schädigung des Gewebes kann auftreten“, so Herbert Lugmayr, Leiter des Instituts für Radiologie am Klinikum Wels‐Grieskirchen. Gefährdet sind meist Raucher. Zu den weiteren Risikofaktoren zählen Diabetes, Bluthochdruck und erhöhte Cholesterinwerte. Je eher die PAVK diagnostiziert wird, umso besser sind die Behandlungsaussichten.
Roboterunterstützte Behandlung
Nach der klinischen Diagnosestellung wird eine Angiographie vorgenommen. „Angiographie heißt übersetzt Gefäßröntgen. Heute setzen wir diese vor allem in der Therapie von Durchblutungsstörungen ein, das heißt, mit Hilfe dieses Gerätes können wir verstopfte Blutgefäße effektiv wieder eröffnen und die Durchblutung normalisieren“, erklärt Lugmayr. „Das Praktische an diesem Gerät: Während des Eingriffs ist es jederzeit verfügbar und flexibel einsetzbar. So können wir ständig unter Röntgenkontrolle arbeiten und sehen genau, wie weit wir mit der Therapie schon gekommen sind und ob das Ergebnis perfekt ist. Dies wird in Echtzeit auf den Bildschirm übertragen.“ Patientengröße, Allgemeinzustand oder auch die notwendige Positionierung der Röntgenquelle kann für Radiologen eine große Herausforderung darstellen. Moderne roboterunterstützte Technologien, wie das neue Angiographiegerät mit einem schwenkbaren, weitreichenden C‐Arm und einem zulässigen Patientengewicht bis zu 280 Kilogramm, machen auch in Extremfällen eine qualitativ hochwertige Bildgebung möglich.
Beispiel PAVK: Ein Eingriff statt drei durch innovative Technologie
„Dieses Gerät ermöglicht eine optimierte Therapie für den Patienten durch die gleichzeitige Zusammenarbeit von Anästhesie, Gefäßchirurgen und interventionellen Radiologen. Was ich damit meine, darf ich anhand eines Beispiels zeigen“, veranschaulicht der Welser Radiologie‐Primar. „Ein Patient hat schwere Durchblutungsstörungen in beiden Beinen. In der klinischen Praxis heißt das: Den Verschluss an der Beckenarterie sollte der Radiologe wieder eröffnen. Die Verengung der Leistenarterie beidseits muss operativ vom Gefäßchirurgen behandelt werden. Und zum Dritten: Die Verengung der Oberschenkelarterien sollte wiederum durch den interventionellen Radiologen behoben werden, diesmal aber in Richtung nach unten. Insgesamt sind dies drei Eingriffe.“ Unter der Leitung von Manfred Kastner, Oberarzt am Institut für Radiologie in Wels, kommt dann das neue Angiographiegerät zum Einsatz: „Unter Zuhilfenahme der neuen Technologie können alle Eingriffe kombiniert auf einmal behoben werden – durch optimierte Zusammenarbeit von Anästhesie, Gefäßchirurgie und interventioneller Radiologie kommt es also nur zu einem Eingriff anstatt zu drei.“
Moderne Bildgebung am Klinikum
Lugmayrs Resümee: „Der Fortschritt der diagnostischen und interventionellen Radiologie der letzten Jahre bringt für den Radiologen Motivation und Freude an der Arbeit. Für den Patienten aber bringen diese Erkenntnisse eine beschleunigte Diagnostik, rasches Einsetzen der Therapie und optimale Behandlungsmöglichkeiten.“
Das Klinikum Wels‐Grieskirchen – www.klinikum‐wegr.at
Das größte Ordensspital Österreichs ist eine Institution der Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Kreuz und der Franziskanerinnen von Vöcklabruck. Mit 29 medizinischen Abteilungen, 1.227 Betten und rund 3.800 Mitarbeitern leistet das Klinikum Wels‐Grieskirchen umfassende medizinische Versorgung in Oberösterreich. Rund 90.000 Patienten werden hier jährlich stationär behandelt. Aufgrund seiner zahlreichen Schwerpunkte und Kompetenzzentren bündelt das Klinikum fachübergreifendes Know‐how und ermöglicht interdisziplinäre Diagnosen und Behandlungen zum Wohle der Patienten.
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