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20. Februar 2018

Warum der Blutdruck im Winter steigt und regelmäßige Kontrolle bei Kälte wichtig ist

In den Wintermonaten kommt es bei normalem, aber auch bei hohem Blutdruck zu einem kältebedingten Anstieg. Die niedrigen Temperaturen verursachen eine vermehrte Ausschüttung von Stresshormonen und ein Zusammenziehen der Blutgefäße in vielen Körperteilen. Enge Gefäße führen zu einer Steigerung des Blutdrucks und somit auch zu einem erhöhten Risiko für damit verbundene Erkrankungen. Regelmäßige Messungen und eine eventuelle Anpassung der Medikation durch den Arzt sind wichtig.

„Zusätzlich zur Kälte kann die im Winter verminderte körpereigene Produktion von Vitamin D ein weiterer Auslöser für das Steigen des Blutdrucks sein“, erklärt Thomas Weber, Kardiologe am Klinikum Wels-Grieskirchen. „Aber auch unser Lebensstil spielt eine Rolle. Häufig bewegen wir uns im Winter weniger als im Sommer, meist nehmen wir an Gewicht zu oder trinken mehr Alkohol. Alle diese Faktoren lassen den Blutdruck ansteigen."

Blutdruckkontrolle im Winter wichtig

Alle Erkrankungen, die durch hohen Blutdruck verursacht oder verschlechtert werden, können in den Wintermonaten gehäuft auftreten. „So werden etwa um zehn Prozent mehr Patienten wegen Blutdruckkrisen im Krankenhaus aufgenommen“, erklärt Blutdruckspezialist Weber. „Ebenfalls häufiger als im Sommer verzeichnen wir Spitalsaufnahmen aufgrund der Diagnosen Herzschwäche, Angina pectoris, Herzinfarkt sowie Schlaganfall und Hirnblutung, aber auch wegen Herzrhythmusstörungen, wie zum Beispiel Vorhofflimmern.“ In der kalten Jahreszeit sollten Patienten mit Bluthochdruck deshalb den Blutdruck konsequent durch Selbstmessung überprüfen, rät der Welser Kardiologe. Gegebenenfalls müssen die Medikamente nach Rücksprache mit dem Arzt angepasst werden. Auch falls in den heißen Sommermonaten eine Reduktion der Blutdruckmedikamente erfolgt ist, müssen diese meist bei niedrigeren Temperaturen wieder gesteigert werden – auch in diesem Fall gilt: nur nach Rücksprache mit dem Arzt!

Zusätzliche Risiken im Winter vermeiden

Ein akuter Aufenthalt in starker Kälte kann den Blutdruck um 30 mmHg systolisch und 20 mmHg diastolisch oder sogar mehr ansteigen lassen. Um dies zu vermeiden, weiß Weber praktikable Lösungen: „Der Blutdruckanstieg und auch die Ausschüttung der Stresshormone sind geringer, wenn man sich im Innenbereich in warmen Räumlichkeiten aufhält und im Außenbereich ganz einfach ausreichend warm anzieht.“ Um zusätzliche Risiken im Winter zu vermeiden, ist das Beibehalten des gesunden Lebensstils, also ausreichend körperliche Bewegung und das Vermeiden einer Gewichtszunahme, in der kalten Jahreszeit besonders wichtig.

Foto Teaser: OA Dr. Thomas Weber, Abteilung für Innere Medizin II, Kardiologie und Intensivmedizin, Klinikum Wels‐Grieskirchen. © Klinikum Wels‐Grieskirchen

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